Kristalle wiesen Wikingern den Weg
09. Februar 2007
Budapest/ Ungarn - Frühere und oft belächelte Theorien, wonach die Wikinger Kristalle - sogenannte Sonnensteine - zur Navigation verwendet haben, wurden nun von Forschern der "Eotvos-Universität" in Budapest bestätigt. Wie der britische "Guardian" berichtet, können die Steine auch bei bewölktem Himmel den Stand der Sonne anzeigen.
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Public Domain
Archiv: Sonnenstein (Oligoklas) ist ein Mineral aus der Gruppe der Feldspate.
An Bord eines Forschungsschiffes in der Arktis zeigten die Wissenschaftler um Gabor Horvath, dass die den Sonnensteinen eigene Eigenschaft der sogenannten Doppelbrechung auch bei sehr schlechten Sichtverhältnissen den Stand der Sonne verraten kann. In Verbindung mit der örtlichen Uhrzeit kann mit diesem Wissen dann die eigene Position bestimmt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in den "Proceedings of the Royal Society" veröffentlicht.
Sonnensteine, auch als "Isländischer Kalkspat" oder Doppelspat bekannt, gehören zu jenen Kristallen, die durch Doppelbrechung Licht, das durch sie hindurchfällt, in zwei Lichtbündel mit entgegengesetzter Polarisation brechen. Andere durchsichtige Medien (bsp. Wasser, Glas) brechen das Licht nur einmal und es tritt - lediglich seitlich versetzt - in gleicher Weise wieder aus. Grund hierfür ist, dass das Licht im neuen Medium eine andere Geschwindigkeit hat als in der Luft.
Verantwortlich für die Doppelbrechung im Kalkspat ist eine Substanz, die Lichtwellen in zwei Teile teilt. Auch die stark polarisierende Eigenschaft des Kalkspats trägt zu der Einsatzmöglichkeit der Kristalle bei sonnengestützter Navigation bei.